Vesakh Hamburg 2008: 7000 Besucher trotz Fußball-Fanfest

Das erste Wochenende der Fußball-Europa-meisterschaft in Deutschlands Hafenmetropole Hamburg: Bei strahlendem Sonnenschein verfolgen zehntausende Menschen auf einer Großbildleinwand auf dem „Heiligengeistfeld“ lautstark die ersten Spiele aus Österreich und der Schweiz. Direkt gegenüber der großen Freifläche nahe der Innenstadt, nur durch eine Straße und eine Baumreihe mit Gebüsch getrennt, findet das Alternativprogramm zum Fanfest statt: Eine öffentliche Feier anlässlich des Geburtstages des historischen Buddha.

Auf weiten Rasenflächen, zwischen Teichen, großen Bäumen, einem Spielplatz und einer Rollschuhbahn treffen sich an diesem Sonntag, den 8. Juni 2008, zweiundzwanzig buddhistische Zentren und Gruppen unterschiedlicher Richtungen um Vesakh zu zelebrieren, den wichtigsten buddhistischen Feiertag weltweit.

Trotz der Begeisterung für den Nationalsport Fußball steht die Vesakh-Feier nicht im Abseits: Im Laufe des Tages kommen etwa 7000 Menschen in die „Großen Wallanlagen“, um den Vorträgen renommierter buddhistischer Lehrer zuzuhören, Zeremonien mit zu verfolgen, Meditationen oder Zen-Bogenschießen unter Anleitung auszuprobieren.


Asiatische Schönheit und Eleganz:
Tänzerinnen der Vietnamesischen Buddhistischen
Gemeinschaft Pagode Bao Quang e. V.

Auf einer kleinen Open Air Theaterbühne kann das Publikum Musik und Tänze genießen, am Rande des großen Spielplatzes findet ein großes Familienpicknick mit Aktionen für Kinder statt, in mehreren größeren Zelten präsentieren sich die teilnehmenden Vereinigungen mit Informationsständen. Mehrere asiatische Restaurants versorgen die Besucher mit gutem Essen.


Ehrengäste: Der Leiter des Bezirksamtes
Hamburg-Mitte, Markus Schreiber…

Auch bekannte Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens in Hamburg sind präsent. In einer Eröffnungsrede sagt der Leiter des Bezirkes Hamburg-Mitte, Markus Schreiber, seine Unterstützung zu beim Bau eines 9 Meter hohen Stupa: Da dieses Monument mit buddhistischem Hintergrund ein Friedenssymbol sei und die Internationalität der Stadt betone, würde das Bauwerk gut zur deutschen Hafenmetropole passen.


… und die weit über Hamburg hinaus sehr angesehene
Bischöfin der Nordelbischen Kirche, Maria Jepsen

Bischöfin Maria Jepsen würdigt in ihrem Grußwort die Frieden stiftende Seite des Buddhismus und hebt die guten Beziehungen zwischen Christen und Buddhisten hervor, die es in der Hansestadt gibt. In Hamburg existiert eine blühende Buddhistische Szene mit über vierzig Zentren und Gruppen unterschiedlicher Richtungen. Allgemein steht Buddhismus in Deutschland in hohem Ansehen. Laut Umfragen ist kaum eine öffentliche Person so beliebt wie der Dalai Lama, der übrigens ein Jahr zuvor unter großer Anteilnahme der Bevölkerung gleich zehn Tage in Hamburg verbrachte.

Vesakh ist der bedeutendste Buddhistische Feiertag weltweit. Auch im Westen wird Vesakh unter Buddhisten unterschiedlicher Traditionen regelmäßig öffentlich gefeiert; in Deutschland unter anderem in München, Berlin und Frankfurt. Verglichen mit den meisten asiatischen Ländern war Hamburg in diesem Jahr etwas spät dran: Der Termin für das Fest war ein Kompromiss zwischen dem Kulturkalender der Stadt und den Programmen der verschiedenen Buddhistischen Zentren. Das Datum war indes gut gewählt: Der 8. Juni war der bisher wärmste Tag dieses Jahres in Hamburg, wo das Wetter allgemein wechselhaft ist.


Buddhistische Übungen zum Ausprobieren
im „Zelt der Stille“…

Als kurios empfinden viele Besucher die Nachbarschaft von besinnlicher buddhistischer Feier mit des lautstarken Fußball-Fanfests gegenüber. Die Buddhisten nahmen es gelassen: „Man kann es als Symbol dafür ansehen, dass der Buddhismus in der Mitte unserer Gesellschaft angekommen ist“, kommentiert der Zen-Buddhist Dr. Holger Stienen schmunzelnd.


Gute Laune und Konzentration
beim Zen-Bogenschießen unter der
Anleitung von Ho-Kai Österle

Zu den Vortragenden gehörten u. a.


Kyu-Sei Kurt Österle
(li. seine Frau Gen-Ki Ellen Martha Österle)…


Ngakpa Lama Rig’zin Dorje

Rei-Shin Bigan Roshi (Wolf Dieter Nolting)

sowie Julianne Ferenczy-Sturiale

Auch der Stand des Vereins „Stupa Hamburg e.V.“ war gut besucht.

Hier konnte man sich im Gießen von „Tsa-Tsas“ versuchen.
Die Buddha-Reliefs werden u. a. als Füllung eines
buddhistischen Stupas verwendet.

Sehr beliebt war dieser Anlaufpunkt
auch bei der jüngeren Generation.

Japanisches Trommeln vor vollen Rängen:
Die Gruppe Tengu Daiko

Üben vor ihrem Auftritt:
Die Kinder-Trommlergruppe des Hamburger
Ortsvereins von Soka Gakkai International

Interkonfessioneller buddhistischer Chor in Hamburg:
Die „Siddha Singers“

Reges Interesse bei den
ca. zwanzig Informationsständen

Asiatische Kochkünstler sorgen für
das leibliche Wohl der Besucher

Friedenslichter auf dem Altar
nach der Abschlusszeremonie
der Vietnamesischen Pagode Bao Quang
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